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„Der Karl-Gerstner-Preis ist mir wichtig“

„Die Formgestaltung schlechthin mit ihren diversen Fachrichtungen genießt bei mir eine besondere Priorität und Wertschätzung, habe ich doch während meiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmer im Bereich Raumausstattung/ Möbelgestaltung erkennen können, dass sie – konsequent und interdisziplinär angewandt – die Brücke zu den „verbündeten Qualitäten“ (Produkt und Kommunikation) bildet. Es kommt nämlich nicht nur auf die technische Qualität eines Produkts an, vielmehr müssen alle Komponenten eines Produkts oder Projekts insgesamt qualitativ stimmig sein, von der Herstellung über die Präsentation bis zur Werbung.

Mein hoher Qualitätsanspruch, der stets Grundlage meiner Unternehmertätigkeit war, ist nun auch Ausgangspunkt für die Stiftung des Karl-Gerstner-Preises.

Überall in unserer Gesellschaft gibt es neben qualitativen Bewertungen Auszeichnungen und Ehrungen für besondere Leistungen, Orden werden verliehen und Wettbewerbe veranstaltet, Preise verteilt, alles Unternehmungen, um den Besten und herausragende Leistungen zu finden und dafür zu ehren. Der dafür notwendige Ehrgeiz wird so in produktive Bahnen gelenkt.

Die Semesterarbeiten der Hochschule für Gestaltung (HfG) Schwäbisch Gmünd werden zum Ende jedes Semesters den Studenten und anderen Besuchern voller Stolz vorgestellt. Und damit hat sich mir die Frage gestellt: „Wie können Studenten in ihrer Leistungsbereitschaft noch stärker motiviert und gefördert werden und welche Methode wäre dafür besonders geeignet? “ Anfänglich dachte ich an einen Leistungswettbewerb aller Bildungseinrichtungen, die sich mit Gestaltung befassen, um diejenige mit den meisten und besten Bewertungen herauszufinden und auszuzeichnen. Des großen Aufwands wegen gab ich diesen Gedanken aber auf.

Ein anderer Gedanken gewann schließlich Raum: Die Studiensemester schließen mit einer Semesterarbeit ab. Diese Semesterarbeiten aus einer übergeordneten Warte zu beurteilen bietet die Gelegenheit für eine Auswahl und Bewertung, die Gelegenheit, eine Leistung und deren Qualität hervorzuheben und auszuzeichnen. Das ist es mir wert, einen Preis dafür zu stiften.
Die Kenntnis über die ausgezeichnete Arbeit und die damit verbundene Leistung der Studierenden ist einerseits für die Gesellschaft wichtig, denn Leistungsbereitschaft ist eine Grundlage unserer Wirtschaftsform. Diese Leistung muss andererseits bekannt gemacht werden, um für beide Seiten attraktiv zu sein: sowohl für Studierende, denen der Preis Ansporn sein soll, als auch für die Schule, die damit in einer breiten Öffentlichkeit Bekanntheit und Akzeptanz erlangt.
Dies sage ich eingedenk der guten Erfahrung, die ich mit dem 1967 veranstalteten internationalen Wettbewerb INTERdesign 2000 gemacht habe, insbesondere mit der enormen Publicity, die dieser Wettbewerb erhielt. Betrachten Sie den Karl-Gerstner-Preis als meinen Beitrag zur Förderung des Ideals der guten Form und meinen Beitrag zur Unterstützung des Leistungsgedankens, gerade bei der Jugend.

Ein Wort noch zum Namensgeber:
Der aus Basel stammende Karl Gerstner ist ein weltbekannter Schweizer Werbegrafikdesigner und bedeutender Vertreter der Schweizer Typografie, international anerkannter Künstler mit Objekten der Konkreten Kunst. Ich habe ihn während unserer jahrelangen Zusammenarbeit als kompromisslosen, qualitätsbewussten Designer und Künstler kennengelernt und halte ihn für würdig, als Namensgeber zu fungieren und damit Vorbild zu sein. Mit diesem Preis möchte ich auch meine besondere Wertschätzung und Hochachtung für ihn zum Ausdruck bringen.“

Christian Holzäpfel, im Juli 2011

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