qDrive - Wissensnavigation in Automobilen

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In enger Kooperation mit BMW entstand im Sommersemester 2004 im Masterstudiengang 'Communication Planning' eine thematisch und gestalterisch umfangreiche Abschlussarbeit zu Problemstellungen der Bedienung und Visualisierung von medialen Systemen in Fahrzeugen. Die Forschungsarbeit ist jetzt nach zweijähriger Sperrfrist freigegeben. Teilergebnisse werden aber weiterhin bei BMW diskutiert!

Die Masterthesis von Melanie Kurz, mittlerweile bei der BMW Group im Bereich Entwicklung und Design tätig, ist eine Betrachtung der Kommunikationsschnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug. Die Abschlussarbeit wurde von Prof. George Burden und Prof. Frank Zebner betreut.

Der Entwurf und die Bestimmung der Gestaltungsparameter erfolgten unter verschiedenen ergonomischen Aspekten sowie einer wissensorganisatorischen Herangehensweise. Dabei spielten auch physiologische und psychologische Faktoren, so genannte Human Factors, eine große Rolle. 

Das konsequente Zusammenspiel von Bedienelementen (Hardware) und Bildschirmanzeigen (Software) beschreibt eine der drei wesentlichen Innovationsleistungen: durch bewusst erzeugte formale Ähnlichkeiten (analoge Figuren) werden Bedien- und Informationszusammenhänge verständlich und führen zu einer intuitiven Bedienweise. Das 3-D-Multifunktionselement (Schalter) ermöglicht den direkten Zugang zu Informationsdomänen und verflacht damit die Menühierarchie: die Bedienung im bewegten Fahrzustand wird erheblich sicherer! 

Die zweite Innovationsleistung liegt in der Entwicklung der Gestaltungsparameter für die Bildschirm- bzw. Systemnavigation (Identifikation von Menüebenen, Lesbarkeit von Schrift und Symbolen, Farbabstimmung und Nachtdesign, Bestimmung von Ganzheiten und Einzelheiten). 

Die Entwicklung und Gestaltung von neuartigen Karten zur Verbesserung der Verkehrsnavigation (Straßen, Städte, Berge, Flüsse usw.) sowie zur Steuerung der Kommunikations- und Medienebenen (Telefon, TV, HiFi, Radio, CD, iPod usw.) umfasst die dritte Innovationsleistung. Vor allem die Entwicklung der Straßen- und Landkarten unter Berücksichtigung einer den Aufgaben angemessenen grafischen Visualisierung stand hier im Fokus der Designbetrachtung. 

Darüber hinaus wurde von Melanie Kurz eine interaktive Audiomap entwickelt, die unabhängig vom Trägermedium die Musiktitel nicht mehr in Listen, sondern in einer Kartendarstellung ihren entsprechenden Gattungen zuordnet (Themenwolken oder Musikthemen). Die Musiktitel werden automatisch den Themen, zum Beispiel Klassik oder Rock, zugeordnet (was heute technisch problemlos zu realisieren ist). Der Fahrer (oder Beifahrer) kann durch Setzen einer Musikstrecke (zum Beispiel von Klassik zu Jazz, von Jazz zu Rock, von Rock zu Pop usw.) ein thematisches und ein themenübergreifendes Abhören der Musiktitel aus den Tonträgermedien ermöglichen. Das Konzept einer Audiomap (auch: Musicmap oder Musikkarte) ist im Anwendungszusammenhang mit Automobilen völlig neuartig und gab es so bisher nicht.

 
 
 

 


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