Design erfährt große mediale Aufmerksamkeit und durchdringt heute nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Doch das Nachdenken über Design - die Designforschung - ist eine kaum beachtete Disziplin.
Dabei kommt es im Gestaltungsprozess immer weniger auf eine geniale Idee und immer mehr auf fundiertes Wissen an, das reflektiert wird und weiter zu erforschen ist. Hierfür setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF) nachhaltig ein. Jetzt wählte sie auf ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Mit dabei ist Prof. Matthias Held von der HfG Schwäbisch Gmünd.
Der neue Vorstand der DGTF steht für ein breites Spektrum an Themen und Regionen. „Mit dieser Vielfalt bieten wir der Öffentlichkeit und den Mitgliedern zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten“, erklärt Prof. Matthias Held, der selbst an der HfG Schwäbisch Gmünd mit Industriepartnern aus der Region angewandte Forschungsprojekte in der Produkt- und Prozessgestaltung durchführt. "Designforschung ist nicht nur ein Mittel zur Verbesserung des Designprozesses und seiner Resultate, sondern kann als diagnostische Disziplin einen wertvollen Beitrag in allen Innovationsprozessen leisten“, so Held weiter.
Ziel des neuen Vorstandes ist es, die DGTF stärker zu öffnen und neuen Themen und Impulsen auch aus der jungen Generation einen Raum zu geben. Durch eine stärkere Vernetzung der Designtheorie und Designforschung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie auch mit internationalen Forschungsverbünden, wird ein solcher Austausch initiiert. Special Interest Groups sollen sich unter anderem mit speziellen Forschungsthemen sowie der Nachwuchsförderung befassen.
Für das soeben von der EU ausgerufene Jahr der Kreativität und Innovation 2009 ist es Ziel der Informations- und Lobby-Arbeit, dass Politik, Hochschulen und Wirtschaft die Notwendigkeit der
Designtheorie und -forschung anerkennen und fördern. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Designforschung eine noch junge Disziplin ist, deren Strukturen noch im Entstehen sind, deren Relevanz jedoch schnell wächst.
Die Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung wurde 2004 gegründet und umfasst heute ca. 140 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die weiteren Vorstandmitglieder sind:
Vorsitz: Prof. Dr. Gesche Joost, Interaction Design & Media, Technische Universität Berlin
Prof. Kora Kimpel, Gestalten mit digitalen Medien, Universität der Künste Berlin
Dipl.-Des. Claudia Mareis, Forschungsmethodik, Hochschule der Künste Bern
Prof. Boris Müller, Interaction Design, Fachhochschule Potsdam
Dipl.-Des. Joachim Schirrmacher, Büro für strategische Kommunikation, Hamburg