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Julia Stäbler und Gero Nicklas

Julia Stäbler M.A. und Gero Nicklas M.A.

Julia Stäbler und Gero Nicklas haben den Master „Communication Planning and Design“ mit der Arbeit „Funkfeuer - System zur Organisation und Planung innerhalb von Freiwilligen Feuerwehren“ abgeschlossen und sich 2013 mit ihrer Firma BOS Connect GmbH selbständig gemacht. Die beiden Interaktionsgestalter sind aktive Feuerwehrleute und kennen die Herausforderungen von Blaulichtorganisationen deshalb ganz genau.

"Seid engagiert, mutig und macht was draus! Investiert mehr Zeit ins Studium und habt Bock auf jedes einzelne Fach. Nur so kann man das Maximum rausholen und wirklich von dem Angebot profitieren. Wenn die Idee zur eigenen Firma oder Selbständigkeit da ist, dann packt es an und traut euch was zu!"

Woher kommt ihr?
Julia: Geboren bin ich im Rheinland, meine Eltern kommen aus Lübeck, aufgewachsen bin ich bei den Schwaben. Nach der Schule war klar, dass ich was Kreatives machen will - also habe ich ein halbes Jahr Praktikum in einer Designagentur in Stuttgart gemacht und mich dann mit meiner Mappe an der HfG beworben. Interaktionsgestaltung ist es dann geworden und ich bin froh darüber. Nach dem BA habe ich dann auch den Master in CPD gemacht. Während des Masters haben Gero und ich schon zusammengearbeitet – auch die Abschlussarbeit haben wir gemeinsam gemacht – und uns nebenher selbstständig gemacht. Die Aufträge kamen so ganz von allein. Wir sind also im schönen Gmünd geblieben und haben mittlerweile zwei Firmen.

Gero: Geboren bin auch im Rheinland und aufgewachsen in Göttingen. Erst zur Bundeswehrzeit habe ich mich für ein Designstudium entschieden. Damals sollte es Produktgestaltung werden. Ich habe mir mehrere Institutionen bundesweit angesehen, doch die HfG war Liebe auf den ersten Blick. Während des Bewerbungsverfahrens kam ich immer mehr in IG-Richtung und wählte diese Option letztendlich. Schon während des Bachelor-Studiums war ich als Freelancer tätig. Dann kamen eine Design-Agentur sowie unser IT-Unternehmen dazu. Nach meinem Master habe ich noch parallel zur Arbeit Kurse besucht, die mich interessiert haben wie CAD oder Materialkunde.

Warum habt ihr euch für das Masterprogramm an der HfG entschieden?
Julia: Ich hatte auch ein Angebot von Potsdam auf dem Tisch liegen, aber irgendwie hatte es mir die HfG und auch Schwäbisch Gmünd angetan. Außerdem hatten auch noch ein paar Leute aus meinem Bachelorstudium vor, an der HfG zu bleiben. Es sind also mehr die persönlichen Dinge, als die inhaltlichen Themen, die ausschlaggebend waren.

Gero: Durch Freunde aus den oberen Semestern bekam ich schon vorher Einblicke in das Curriculum. Hinzu kam, dass die Lehre an der HfG einem bewährten hohen Qualitätsstandard entspricht. Das angebotene Spektrum hat meinen Wünschen entsprochen, über den Tellerrand des Gestalters zu schauen und gleichzeitig diese "Brücke zurück" zur Gestaltung immer wieder zu betrachten - z.B. bei der Personalführung oder betriebswirtschaftlichen Themen.

Welche Schwerpunkte habt ihr im Studium gewählt?
So richtige Schwerpunkte gab es in dem alten Masterprogram nicht, also nicht so wie es heute in Strategischen Gestaltung ist. Unser Fokus lag immer ganz klar auf Interaktionsgestaltung. Darauf haben wir unsere Projekte ausgerichtet. Da waren wir im Master auch recht frei.

Wo wart ihr an der HfG am liebsten?
Julia: Während des Masters war die HfG noch ausgelagert. Da war es dann hauptsächlich das Medienlabor in der „Krähe“. Für die Abschlussarbeit waren wir im Haus Goethe, da haben wir dann auch am liebsten gearbeitet.

Gero: Im Innenhof im Sommer in der Rektor-Klaus-Straße 100

An welchen Tag im Masterstudium erinnert ihr euch immer gerne zurück?
Julia: Den Tag der Abschlusspräsentation werde ich nicht vergessen. Die Präsentation war nicht öffentlich, weil wir vorhatten uns mit dem Projekt selbstständig zu machen. Ein neuer Professor kam nach Beginn der Präsentation herein, – damals kannte ich ihn nicht und dachte, es wäre ein Student – deshalb bat ich ihn zu gehen. Er hat nur ganz irritiert geschaut und sich gesetzt, woraufhin Professor Krämer mir sagte, dass er in Ordnung sei. Es war vielleicht nicht der beste Tag, aber er bleibt mir auf jeden Fall in Erinnerung.

Gero: An unser Wein-Projekt mit dem Greenteam der Asta als die HfG noch in den Containern untergebracht war, das hat Spaß gemacht.

Wie ging es nach eurem Abschluss weiter?
Wir haben uns direkt danach entschieden, dass wir mit der Kooperationsfirma, die uns während der Masterarbeit betreut hatte, eine Firma gründen. Im September 2013 haben wir dann die BOS Connect GmbH gegründet. Parallel dazu hatte ich schon das Angebot für die Stelle als Akademische Mitarbeiterin in der Interaktionsgestaltung angenommen – Geld musste ja nebenher auch reinkommen. Außerdem haben Gero und ich eine kleine IG-Agentur – Die&Sein GbR – gegründet und sehr viel mit dem Industriedesignbüro Ottenwälder und Ottenwälder in Schwäbisch Gmünd zusammengearbeitet.

Mittlerweile ist die BOS Connect fast 4 Jahre alt. Wir sind aus den StartUp Schuhen fast rausgewachsen, sind in größere Räume umgezogen und haben uns von unserer Mitgründerfirma von damals getrennt. Wir leiten die Firma jetzt zu dritt und unser Team ist stabile acht Mitarbeiter groß. Unsere IG-Agentur ist nur noch kleineres Nebengeschäft, aber füllt ab und an mal Lücken auf.

An welchem Projekt arbeitet ihr gerade?
Julia: Wir arbeiten gerade an einem neuen Produkt für den Feuerwehreinsatz im Gefahrgut-Bereich. Es ist eine explosionsgeschützte Kamera, die man beispielsweise bei Chemieunfällen einsetzen kann, um Lageerkundungen durchzuführen. Feuerwehr-Themen bleiben immer unsere Herzensangelegenheit und neben den Entwicklungen für Kunden treibe ich diese Themen weiter voran.

Gero: In diesem Projekt bin ich für die Hardware- und Elektronikentwicklung zuständig.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?
Zunächst mal: Jeder Tag ist ein Arbeitstag – Wochenenden gibt es zwar, werden aber doch häufiger als Arbeitszeit genutzt. Für uns ist Arbeit nicht Arbeit, sondern das, was uns Spaß macht. Deshalb ist es nicht so schlimm, wie man als Nicht-Selbstständiger häufig denkt.
Ein normaler Arbeitstag beginnt meist ab 9 Uhr im Büro. Montags ist eine Stunde Meeting, um die Aufgaben von der vergangenen Woche zu besprechen und die für die neue Woche zu planen. Bis 13 Uhr wird an den unterschiedlichsten Aufgaben gearbeitet. Mittagessen und Pause geben dann noch die Möglichkeit, um den Nachmittag zu planen und unseren Hund rauszulassen. 19 Uhr ist meistens so der Start in den Feierabend – häufig sind durch die Aktivität bei den Wirtschaftsjunioren Ostwürttemberg noch Abendveranstaltungen, an denen wir teilnehmen.
Es kann natürlich zu jeder Zeit der Feuerwehrmelder hupen – dann bleibt alles liegen und wir sind beim Einsatz. Dadurch verspätet sich dann meistens der Feierabend.

Welche Vorteile habt ihr durch den Master?
Es gab ein paar Kurse, die sich mit Ökonomie und Recht auseinandergesetzt haben. Dadurch standen wir bei der Firmengründung nicht ganz blank da. Wir haben unsere Zeit an der HfG auch dahingehend genutzt, dass wir sehr aktiv in der Hochschulpolitik mitgewirkt haben. Deshalb konnten wir sehr gute Kontakte knüpfen – netzwerken! Wir haben gelernt, was gute Kommunikation bewirken kann. Auch Zeitmanagement und strukturierte Arbeitspläne sind im Master im Fokus gewesen und diese nutzen wir heute auch noch.

Was würdet ihr heute als StudentIn anders machen?
Julia: Ich würde vielleicht IoT studieren – da wird in den nächsten Jahren noch einiges vorangehen und da fällt es teilweise uns IGlern schon schwer, mitzuhalten. Ansonsten würde ich nichts anders machen - ich habe so viel mitgenommen wie möglich und die tollen Gelegenheiten im Studium genutzt, auch wenn sie zum Teil mehr Arbeit bedeutet haben.

Gero: Nix

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