Tabea Schmid

Master-Absolventin Tabea Schmid ist seit Oktober 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Design ausstellen – Ausstellen durch Design“ an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Sie studierte Informationsdesign (BA) an der Hochschule der Medien in Stuttgart und arbeitete danach in der Unternehmens- und Markenkommunikation. Der anschließende Schritt von der Festanstellung in ein Masterstudium an der HfG war bewusst gewählt. In ihrer Thesis „Design in gesellschaftlichen Transformationsprozessen“ untersuchte sie, wie Design transdisziplinäre Forschungsprojekte unterstützen kann.

"Ich hatte festgestellt, dass es schwer ist, sich während der normalen Berufstätigkeit vertieft mit Themen auseinanderzusetzen, die keinen direkten Anwendungs- und Verwertungsbezug haben – Themen aus den Bereichen Designtheorie und Designforschung."

An welchen Tag im Masterstudium erinnerst Du Dich immer gerne zurück?
An den allerersten Tag und ein skurriles Erlebnis: Ein Kommilitone konnte nicht rechtzeitig kommen. Er hatte einen Freund für die Einführungsveranstaltung engagiert, damit dieser ihm die wichtigen Informationen im Nachhinein mitteilte. Dieser Freund hatte sich den halben Tag als unser Kommilitone ausgegeben – in der Vorstellungsrunde, beim Gruppenfoto, in persönlichen Gesprächen – bis dann der echte Kommilitone auftauchte und sein Double ablöste. Da waren wir perplex!

Welche Schwerpunkte hattest Du im Studium gewählt?
Im Master habe ich mich auf die theoretischen Fächer konzentriert, wie Designtheorie und Designforschung.

Wo warst Du an der HfG am liebsten?
Während meines Studiums wurde das Stammhaus der HfG gerade kernsaniert und die Hochschule war etwas außerhalb von Gmünd im GmündTech untergebracht. Unser Masterraum war trotzdem angenehm – jeder hatte seinen Arbeitsplatz, es gab Büromaterialien und Sitzsäcke.
Während des Abschlusssemesters hatten wir Büroräume im "Haus Goethe". Ich konnte einen Raum alleine nutzen und hatte ihn mir so eingerichtet, dass ich mich wohl fühlte.

Wie ging es nach Deinem Abschluss weiter?
Dagmar Rinker fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, für ein Forschungsprojekt an der HfG zu bleiben. Wir stellten einen Forschungsantrag. Das muss man sich wie eine Mischung aus Exposé und Bewerbung vorstellen: Was wollen wir erforschen, wie wollen wir vorgehen und welche Ressourcen brauchen wir dazu? Der Antrag wurde bewilligt und seit Oktober 2015 bin ich für zwei Jahre an der HfG angestellt.

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?
Ich arbeite am Forschungsprojekt "Design ausstellen – Ausstellen durch Design". Dieses Wortspiel drückt aus, worum es im Projekt geht: Um die Doppelfunktion von Design als Ausstellungsinhalt und Inszenierungsmittel.
Ich untersuche zum einen das Gemachtsein einer Ausstellung, das heißt welche Methoden, Entscheidungen und Inszenierungsmittel in den Gestaltungsprozess einfließen. Ganz konkret: Wie arbeiten Ausstellungsgestalter? Wie könnten sie unterstützt werden? Zum anderen gehe ich der Frage nach, wie Design aktuell ausgestellt wird und was daran verbessert werden könnte. Denn es gibt über Design so viel zu erzählen – neben den bekannten stilistischen und funktionalistischen Narrativen. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse für die Ausstellungs- und Evaluationspraxis weitergeben zu können. Über allem Tun steht für uns das Paradigma der Nutzerorientierung – das mag für HfGler nicht neu klingen, ist aber in der Ausstellungspraxis noch längst nicht Konsens.

Welche Vorteile hast Du durch den Master?
Es klingt so platt, aber man erweitert wirklich den Horizont. Kommilitonen mit anderen Erfahrungen und Vorstellungen können das eigene „Gestalteruniversum“ heilsam irritieren.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?
Lesen, zitieren, systematisieren, schreiben, ab und zu Interviews führen und Ausstellungen besuchen. Einen Großteil meiner Zeit verbringe ich momentan damit, Literatur zu lesen. Unser Projekt streift viele fremde Disziplinen, in die ich mich einlese. Meine meistgenutzte Software sind daher das Literaturverwaltungs- und das Textverarbeitungsprogramm. Ich gestalte recht wenig, vermisse das aber nicht, da ich mich ständig damit auseinandersetze – eben nicht generativ, sondern analytisch. Und ich arbeite sehr frei und eigenverantwortlich.

Was würdest Du heute als StudentIn anders machen?
Weniger glauben, mehr hinterfragen.

Welchen Rat gibst Du den jetzigen MasterstudentInnen?
Auch schon so oft gehört, aber wahr: Nicht mit dem Dienstleistungsdenken antreten, dass die Dozenten den Weg vorgeben. Überlege selber, wohin du möchtest.

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Buchstabe V
Vorlesungsbeginn

Wintersemester: Anfang Oktober, Sommersemester: Mitte März.