Geschmackssachen – Normen, Formen, Kaffeekanne


Sind grüne Krawatten mit rotem Olympiaemblem kitschig? Was hat eine Punkjacke mit dem Grafikdesigner Otl Aicher zu tun? Und was passiert, wenn Schönheit mathematisch berechnet wird?

Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung „Geschmackssachen – Formen, Normen, Kaffeekanne“, die vom 5. Februar bis 8. Mai im HfG-Archiv Ulm gezeigt wird.

Die Ausstellung zeigt, wie stark das Urteil über die Qualität von Dingen und Formen das Ergebnis von kultureller Prägung ist. In sieben Ensembles mit rund 30 Objekten führt die Ausstellung Designobjekte und Alltagsdinge aus drei unterschiedlichen Sammlungen zusammen: aus dem HfG-Archiv Ulm, aus der Sammlung des Gestalters Hans (Nick) Roericht sowie aus dem Archiv der Alltagskulturen Tübingen.

Die Ding-Konstellationen in der Ausstellung sind ungewohnt und bieten alternative Lesarten für die Objekte der ehemaligen Hochschule für Gestaltung. Sie provozieren und animieren zum Wechsel der Perspektiven, indem sie sich als Geschmackssachen, die man so oder so bewerten kann, zu erkennen geben. Unter Stichworten wie „echt“, „uniform“, „laut“ sind unterschiedliche Exponate zusammengebunden, wie ein Kunststoffkoffer mit aus Plastik gegossenen Krippenfiguren, ein Fastnachtshäs aus Konstanz mit einer Uniform von den Olympischen Spielen 1972, oder eine zur Punkerkluft gewandelte Polizeijacke mit den von Otl Aicher gestalteten Bändern für die Menschenkette 1983.

Studierende der Universität Tübingen und der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd (HfG Schwäbisch Gmünd) haben die Ausstellung in einem interdisziplinären Studienprojekt konzipiert. Aus Tübingen beschäftigten sich unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Thiemeyer die Master-Studierenden des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaften mit den Ausstellungsthemen. Das Schwäbisch Gmünder Dozententeam, bestehend aus Prof. Marc Guntow und Prof. Dr. Dagmar Rinker, erarbeiteten mit zwei Gruppen des Seminars „Kommunikation im Raum“ aus dem 4. und 6. Semester und dem Masterstudiengang Strategische Gestaltung sowohl die Konzeption als auch die Realisierung des Ausstellungsprojekts in Ulm. Das Seminar „Typographie, Bild und Layout“ im zweiten Semester der Schwäbisch Gmünder Kommunikationsgestaltung erarbeitete mit dem Dozent Prof. Daniel Utz die Entwürfe der Printprodukte und ein Website-Konzept.

Die spartenübergreifende Partnerschaft stellt einen einzigartigen Austausch zweier Hochschulen und eines Archivs in Baden-Württemberg dar. Das Projekt ermöglichte einen praxisnahen Dialog zwischen angehenden Kuratoren und Kuratorinnen sowie Ausstellungsgestaltern und Ausstellungsgestalterinnen. Der Leiter des HfG-Archivs Ulm, Dr. Martin Mäntele, unterstützte die Arbeit der Teams. In einem dynamischen und weitgehend ergebnisoffenen Prozess konnten die Studierenden im Sinne des „forschenden Lernens“ ein großes Maß an Selbstverantwortung und methodisches Vorgehen erproben.

Die Ausstellung wurde unterstützt vom Universitätsbund Tübingen und der Stiftung LBBW Stuttgart.

Flyer zur Ausstellung
Buchstabe N
Nachhaltigkeit

Die Hochschule tritt für wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit in ihren Lehrprogrammen ein, um ihrer Verantwortung zum schonenden Umgang mit lebensnotwendigen Ressourcen gerecht.