Nachhaltig gestalten - Design Symposium URBAN LIVING


v. l.: Prof. Dr. Michael Braungart, Rektorin Cristina Salerno, Prof. em. Dr. Helmut Lueckenhausen, Diplom Designerin Daniela Bohlinger, MA Viktoriya Oskolkova, MA Carolin Lorenz, Prorektor Prof. Matthias Held, Christina Nikolaus (Design Center Stuttgart), Ulrich Winchenbach (Netzwerk Kreativwirtschaft)

Die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, die MFG Innovationsagentur für IT und Medien und das Design Center Stuttgart nutzten den Veranstaltungsrahmen der Landesgarten-schau, um gemeinsam in Schwäbisch Gmünd ein Symposium zum Thema „Urban Living“ auszurichten. Hochkarätige, internationale Designexperten stellten unterschiedliche Aspekte und Konzepte zum gegenwärtigen und zukünftigen nachhaltigen Leben in der Stadt vor und diskutierten die Aufgaben, die hierbei Gestalter und Design übernehmen.

Die Gestaltung des Lebensraums hin zu einer verbesserten Lebensqualität gehört zu den zentralen Themen des Designs. Das Leben findet zunehmend in urbanen Räumen statt. Dabei rücken Fragen zur Raum- und Ressourcenknappheit, zur Mobilität und zum sozialen Miteinander in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Auch die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd leistet einen Beitrag, die Qualität urbanen Lebens zu verbessern – und das über die Besucherzeiten hinaus. Mitten auf dem Gelände der Landesgartenschau im Zentrum von Schwäbisch Gmünd fanden die HfG, die MFG und das Design Center Stuttgart im Forum Gold und Silber den geeigneten Raum, um mit angesehen Designexperten und rund 90 Gästen über das Thema URBAN LIVING zu diskutieren.

Nach der herzlichen Begrüßung durch Rektorin Cristina Salerno, Ulrich Winchenbach vom Netzwerk Kreativwirtschaft und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien und der Leiterin des Design Center Stuttgart Christiane Nicolaus eröffnete Daniela Bohlinger, Diplom Designerin und langjährige Dozentin der HfG, mit ihrem Vortrag "Re_creation" das Design Symposium. Sie referierte über das Projekt „Deine Isar‘‘, das sie gemeinsam mit der FH München realisiert hat. Mit Studierenden suchte sie praktische und vor allem praktikable Ideen für die Schaffung und Erhaltung einer sauberen innerstädtischen Isar. Prof. Dr. Michael Braungart, der als Mitbegründer des Cradle to Cradle®-Konzepts international bekannt ist, deckte mit seinen Ausführungen im Anschluss falsche Annahmen über einen nachhaltigen Lebensstil auf. Der gebürtige Schwäbisch Gmünder zeigte, welche Aufgabe dadurch für das Design entstehen.

Carolin Lorenz und Viktoriya Oskolkova stellten in ihrem Beitrag das Masterprojekt „Go ahead! Developing Design Assistance Schemes and Design driven Programmes to Tackle Existing Problems and Address Future Challenges“ vor , das sie im Studiengang Communication Planning and Design an der HfG umgesetzt haben. Darin setzten sie sich mit der aktuellen internationalen Designpolitik auseinander. Entwickelt wurde ein Ratgeber, der auf die wichtigsten Aspekte der Entwicklung von Design Support Programmen eingeht und darüber hinaus die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigt. Abschließend hielt Prof. em. Dr. Helmut Lueckenhausen einen ausgezeichneten Vortrag darüber, wie Menschen, Dingen und ihrer Umwelt Wert zu sprechen. Prof. Lueckenhausen, der sich seit Jahrzehnten für internationale Bildungsprogramme im Design engagiert und verschiedene Universitäten - vor allem in seiner australischen Heimat - durch seine exzellente Lehre im Fach Produktdesign bereichert hat, stellte heraus, dass die Beziehung, die Menschen zu Dingen aufbauen, eine solche zentrale Bedeutung hat, dass dadurch eine Homogenisierung von Kulturen, Klassen und Professionen ausbleiben wird.

Die Veranstaltung, die im Rahmen der Initiative Netzwerk Kreativwirtschaft Baden-Württemberg stattfand, zeigte, dass urbanes Leben - ob heute oder morgen - facettenreiche Herausforderung an die Gestaltung stellt.

Buchstabe I
Interdisziplinarität

Erfolgreiche Gestalterinnen und Gestalter müssen nicht nur die Grundlagen ihres Faches beherrschen, sondern auch engen Kontakt mit anderen Disziplinen halten. Denn wirkliche Neuerungen und Innovationen entstehen heute an den Grenzen von Wissens- und[…]