Zwei HfG Projekte mit Mia Seeger Preis ausgezeichnet


„LAVE – co-washing system“, Copyright: Lena Janietz, Lukas Salley, Lydia Hahnewald und Anna Beham

Gleich zwei Projekte, die an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd entstanden sind, wurden mit dem Mia Seeger Preis 2016 ausgezeichnet.

„Was mehr als einem nützt“ – unter diesem Motto vergibt die Mia Seeger Stiftung unter der Organisation des Design Center Baden-Württemberg jährlich die mit 10.000 € ausgelobte, renommierte Auszeichnung Mia Seeger Preis. Aus 26 Hochschulen in der Republik waren dieses Jahr 93 Bewerbungen eingegangen. Der soziale Nutzen sowie die Nachhaltigkeit der Produkte spielte neben den üblichen Designkriterien eine entscheidende Rolle.

Gleich zwei Projekte, die an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd entstanden sind, wurden mit dem Mia Seeger Preis 2016 ausgezeichnet: „LAVE – co-washing system“ von Anna Beham, Lydia Hahnewald, Lena Janietz und Lukas Salley aus dem Masterstudiengang Strategische Gestaltung ist eine Gemeinschaftswaschküche in einem Mehrparteienhaus, das die Zuversicht vermittelt, dass Teilen die Gemeinschaft sträkt und Ressourcen schont. Der Mia Seeger Anerkennungspreis 2016 ging an Philipp Ries für „Demining – Each Life Counts“, einen fahrerloser Minenräumer.

„LAVE – co-washing system“ entstand unter der Betreuung von Professor Marc Guntow und Professor Dr. Susanne Schade. Die Idee: In einem Mehrparteienhaus Wäsche gemeinsam in einer Maschine waschen – da ließe sich Wasser, Energie und Geld sparen. Eine Haushaltsmaschine üblicher Bauart bekommt eine größere Tür, eine sechskantige Trommel und zusätzliche Software. Jeder Nutzer hat einen netzbespannten Korb für die Wäsche, der am Haltering getragen und formschlüssig in die Waschmaschinentrommel eingeschoben wird. Ein RFID-Chip im Kordelverschluss übermittelt der Maschine die Waschdaten. Die unabdingbare Koordination unter den Nutzern leistet eine App.

Das Konzept überzeugte die Jury. Mit der Zuversicht, dass Teilen die Gemeinschaft stärkt und die Ressourcen schont, konzipieren die Entwerfer eine Gemeinschaftswaschküche. Mit Bedacht ist sie für ein Wohnhaus mit ca. 15 überwiegend kleineren Haushalten berechnet. Die Bewohner kennen einander, stehen positiv zu gemeinsamer Nutzung und sind bereit, Vorbehalte zu überwinden und Eigenheiten anderer auszuhalten. Das Kernstück des Entwurfs, der „Waschkorb“, hilft ihnen, ihrer Wäsche einen Rest Privatsphäre zu bewahren. Die vorgelegte Studie macht aber klar, dass Formgestaltung im engeren Sinne nur die Spitze vom Eisberg ist.

Der Mia Seeger Anerkennungspreis geht an Philipp Ries und sein Projekt „Demining – Each Life counts“ unter der Betreuung von Anke Osthues. Die Jury würdigt den Entwurf mit folgender Begründung: Die Landminen töten vor allem Zivilisten oder machen sie zu Krüppeln – die Minen entschärfen wollten, zuerst. Das probate Mittel ziviler Abwehr aber sind unbemannte Minenräumfahrzeuge. Nebenbei würdigt man die Heckräder: ihre Bereifung kommt ohne Luft aus.

Mia Seeger war die „Grande Dame“ des Design. Mit der Weißenhofsiedlung 1927 in Stuttgart begann ihre Laufbahn. Bald war sie an weiteren Ausstellungen des Deutschen Werkbundes beteiligt. Die Bundesrepublik hat sie vielfach als Kommissarin zu Triennalen in Mailand entsandt und zur ersten Leiterin des Rat für Formgebung berufen, den sie zwölf Jahre lang führte. Sie war selbst keine Designerin, sondern Design-Vermittlerin und -Beraterin. 1986 rief sie die nach ihr benannte Stiftung ins Leben, deren Zweck die Bildung junger Gestalterinnen und Gestalter ist.

In einer individuell inszenierten Ausstellung in den Räumen des MIK Museum, Information, Kunst in Ludwigsburg werden bis zum 20. November 2016 alle prämierten Produkte im Original zu sehen sein.

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Verfasste Studierendenschaft: Offizielle Interessenvertretung der Studierenden. Kümmert sich um alle studentischen Belange sowie um die Zusammenarbeit der Studierenden mit Dozentinnen und Dozenten. Von den acht Mitgliedern haben vier einen Sitz im S[…]