Antritt der Vertretungsprofessur für „Designtheorie und Designforschung“
Seit dem 1. März vertritt Dr. Gerhard M. Buurman die Professur für das Fach „Wissenschaftliche Grundlagen“ und löst damit Prof. Dr. Georg Kneer ab. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Designtheorie und Designforschung.
Im Fach „Designtheorie“ werden vordringlich inhaltliche und methodische sowie Fragen der Gestaltungspraxis behandelt. Dabei geht es hier im wesentlichen um das praktische Zusammenwirken von „Gestaltung UND Wissenschaft“ respektive um die Zukunft der „Gestaltung ALS Wissenschaft“. Im Themenfeld der „Designforschung“ geht es dann um die Frage, wie die unterschiedlichen Denkstile und Handlungspraxen von Gestaltung und Wissenschaft in einen produktiven Austausch kommen können. Mit der begrifflichen Umdeutung der gestalterischen Aufgaben in eine forschende und problemorientierte Forschung und – im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung automatisierter und formalisierter Arten des Nachdenkens, Planens und Gestaltens – deuten sich heute Entwicklungen an, die wir im allgemeinen, aber auch im Hinblick auf die Ausrichtung unser Hochschule zu untersuchen haben. Im Fach „Wissenschaftliche Grundlagen“ geht es um die Vorstellung wissenschaftlicher Denkstile und die Akzentuierung möglicher/notwendiger Unterschiede zu unserer Arbeit in den Bereichen Gestaltung und Design.
Gerhard M. Buurman studierte von 1985 bis 1993 Industrial Design (Dipl. Des.) an der Universität GHS Essen (heute Folkwang Universität der Künste). 1998 wurde ihm von Universität GHS Essen der akademische Grad des Doktors der Philosophie (Dr. Phil.) verliehen. Seine akademische Laufbahn führte ihn dabei über Linz a. d. Donau (Kunstuniversität Linz) über Zürich (Zürcher Hochschule der Künste), Pforzheim (Hochschule Pforzheim – Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht) bis hin zu uns an die HfG Schwäbisch Gmünd.
Neben seinen hochschulischen Verpflichtungen forscht Gerhard M. Buurman am privaten „Institut für Denkformen“ (Konstanz) zu Modell-Theorien sowie technischen, technikphilosophischen und kybernetischen Fragen der Zeit. So stand beispielsweise das Thema „Rationalität“ und die Zukunft unseres vernunftgeleiteten Denkens und Handelns im Mittelpunkt seiner Antrittsvorlesung. Hier formuliert er die These, dass die fortschreitende Technisierung unserer Lebenswelten zu einer Marginalisierung von Rationalität führt, insofern diese unter den Bedingungen wachsender Komplexität sowie politisch-ökonomischer Dynamiken zunehmend in Bedrängnis gerät und sich in schwer durchschaubaren Verhältnissen selbst verstrickt.
Vertiefende Einblicke in die wissenschaftliche Perspektive Gerhard M.Buurmans sowie eine Übersicht seiner Publikationen und durchgeführten Studien sind auf seiner Website zugänglich:
Drei Fragen an Gerhard M. Buurman:
1. Ich habe mich für die Lehrtätigkeit an der HfG entschieden, weil …
… ich hier eine bestimmte Energie spüre, etwas zu verändern.
2. An dem Feld „Designtheorie“ fasziniert mich besonders …
… ihre Praxis, das Betrachten, Untersuchen, Vergleichen, Verstehen und Modellieren.
3. Den Studierenden wünsche ich …
… Offenheit, Empathie und Mut zur Zukunft.