Die HfG nimmt Abschied von Prof. Frank Georg Zebner
Die HfG trauert um Prof. Frank Georg Zebner, der unserer Hochschule, an der er selbst einst studierte, tief verbunden war.
Sein bemerkenswerter Werdegang zeichnete sich schon früh ab: Bereits in jungen Jahren arbeitete er in Metropolen wie München, London und San Francisco für weltweit führende Agenturen wie frog design und ID TWO (heute IDEO). Beeinflusst durch die enge Zusammenarbeit mit Design-Pionieren wie Hartmut Esslinger und Bill Moggridge, lenkte er seinen Fokus auf das aufkommende Interaktionsdesign. Mitte der 1990er-Jahre verantwortete er als Head of Interface- and Transportation-Design bei Siemens wegweisende Mobilitätsprojekte und gestaltete visionäre Erlebnisse für die EXPO 1992 und 2000. Mit seinem eigenen Studio zählten parallel globale Marken wie BMW, Audi und Porsche zu seinen Kunden. Von 2017 bis 2022 entwickelte er als Head of Design zudem Designstrategien für bulthaup. Zebners akademische und gestalterische Expertise besaß weltweite Strahlkraft. Er lehrte als Gast- und Honorarprofessor an Universitäten in Europa, Australien und Asien und war in den Jurys der wichtigsten Branchenauszeichnungen wie dem Red Dot Design Award, dem iF Design Award und dem German Design Award sehr gefragt. Zuletzt gründete er gemeinsam mit Lina Djouiai das Designstudio Violet Design GbR und engagierte sich als Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Designgeschichte (GfDg) sowie des Vereins design inclusion.
Bei all seinen vielfältigen und internationalen Stationen nimmt sein Wirken an der HfG Schwäbisch Gmünd für uns einen ganz besonderen Stellenwert ein. Bereits im Jahr 1997 wurde er zum Professor für Produktgestaltung und für Kommunikationsgestaltung an die HfG berufen. Als inspirierender Mentor und Dozent hat er hier Generationen von Studierenden geprägt. Stets forderte und förderte er von sich und anderen eine „unbestechliche gestalterische Qualität“.
Die Hochschule ist Frank Zebner ganz besonders dafür dankbar, dass er die Digitalisierung im Design ganz frühzeitig angetrieben und in hoher Qualität umgesetzt hat. Er hat sich tiefgehend damit auseinandergesetzt und dieses Wissen wegweisend in die Lehre eingeführt. Für das Kollegium und die Studierenden war er ein ungemein wichtiger Diskussionspartner von herausragend guter sachlicher Kompetenz. Mit seiner schlagfertigen Art und seiner überaus präzisen Sprache war es stets lohnenswert, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Er hat sich gerne und konstruktiv an anderen Positionen gerieben und wurde als diskussions- und gestaltungsfreudiger Kollege über alle Maßen geschätzt.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Die HfG wird Frank Zebner ein ehrendes Andenken bewahren.
Bildquelle: privat