Prof. Dr. Georg Kneer in den Ruhe­stand versetzt

Über Prof. Dr. Georg Kneer

Im Februar 2026 wurde Prof. Dr. Kneer in den Ruhe­stand versetzt. Zwei Jahr­zehnte hat er die Hoch­schule geprägt – mit wissen­schaft­li­chem Denken, großer Mensch­lich­keit und dem uner­müd­li­chen Enga­ge­ment für eine offene, gerechte und reflek­tierte akade­mi­sche Gemeinschaft.

Nach dem Studium der Sozio­logie, Poli­tik­wis­sen­schaft und Neueren Geschichte an der West­fä­li­schen Wilhelms-Univer­sität Münster promo­vierte Kneer 1994 über das Zusam­men­spiel von Sozi­al­theorie und Zeit­dia­gnose bei Jürgen Habermas, Michel Foucault und Niklas Luhmann – ein Thema, das seine spätere wissen­schaft­liche Arbeit begleiten und prägen sollte. 2004 folgte die Habilitation.

Seit dem 1. September 2001 war Georg Kneer Professor für wissen­schaft­liche Grund­lagen der Gestal­tung an der HfG. Seine Lehr­tä­tig­keit umfasste nahezu alle Studi­en­gänge und eine große Viel­falt an Themen: wissen­schaft­liche Grund­lagen und Methoden, Kommu­ni­ka­ti­ons­theorie, Sozio­logie der Gestal­tung, die Sozio­logie arti­fi­zi­eller Multi­agen­ten­sys­teme und vieles andere mehr. Als Autor und Heraus­geber hat er weit über die HfG hinaus Maßstäbe gesetzt. Seine Publi­ka­tionen zu den großen Denkern des 20. Jahr­hun­derts – Latour, Foucault, Luhmann, Habermas – gehören zu den wich­tigen Orien­tie­rungs­punkten sozio­lo­gi­scher und gesell­schafts­phi­lo­so­phi­scher Diskurse. Zu seinen zentralen Werken und Mither­aus­ge­ber­schaften zählen unter anderem: 

  • Die Patho­lo­gien der Moderne (1990)
  • Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme: Eine Einfüh­rung (1993)
  • Sozio­lo­gi­sche Gesell­schafts­be­griffe (1997)
  • Klas­si­sche Gesell­schafts­be­griffe der Sozio­logie (2001)
  • Georg Kneer: Institution/​Organisation. Über die Para­doxie des Orga­ni­sie­rens, in: Stephan Moebius , Andreas Reck­witz (Hg.): Post­struk­tu­ra­lis­ti­sche Sozi­al­wis­sen­schaften (2008)
  • Hand­buch Sozio­lo­gi­sche Theo­rien (2009)
  • Sozio­lo­gi­sche Kontro­versen (2010)

Doch nicht nur als Wissen­schaftler hat sich Georg Kneer verdient gemacht. Als Gleich­stel­lungs­be­auf­tragter seit 2018 war er in vielen Gremien ein enga­gierter, verläss­li­cher und über­zeu­gender Anwalt für die Sicht­bar­keit, Förde­rung und Wert­schät­zung weib­li­cher Fachkräfte. 

Einen Höhe­punkt dieses Enga­ge­ments bildet das 2025 verab­schie­dete und 2026 positiv begut­ach­tete Gleich­stel­lungs­kon­zept Form folgt Viel­falt“, das maßgeb­lich unter seiner Leitung entstanden ist und der HfG die erfolg­reiche Teil­nahme am Profes­so­rin­nen­pro­gramm 2030 ermög­lichte, einer gemein­samen Initia­tive des Bundes­mi­nis­te­riums für Forschung, Tech­no­logie und Raum­fahrt und des Landes Baden-Würt­tem­berg. Damit öffnet sich der Hoch­schule ein neuer, wirk­samer Weg, Karrie­re­chancen für Wissen­schaft­le­rinnen auszu­bauen und Gleich­stel­lung insti­tu­tio­nell weiter zu stärken.

Wir danken Prof. Dr. Georg Kneer für sein großes Enga­ge­ment für die HfG und wünschen ihm für den neuen Lebens­ab­schnitt alles Gute!