Greif­barer Erfolg: Grabbit wird gleich zwei­fach prämiert

Formnext beitrag

Über Grabbit

Manchmal liegt das Gute auf der Hand – und manchmal darin. Mit seinem Projekt Grabbit aus dem 2. Semester gewinnt Timon Süßmilch nicht nur den Formnext Design Award, mit dem beson­ders inno­va­tive Design­leis­tungen auf der welt­weit größten Messe für Addi­tive Ferti­gung prämiert werden, sondern auch die Young-Talent-Auszeich­nung des Deut­schen Desi­gner Clubs (DDC), ein Preis, der gezielt Nach­wuchs­ge­stal­tung fördert. Zwei renom­mierte Auszeich­nungen, die unter­strei­chen: Dieses Projekt hat Hand und Fuß.

Grabbit selbst entstand aus einer sehr persön­li­chen Beob­ach­tung: der Frage, wie sich Menschen mit Schwie­rig­keiten beim Greifen, Halten oder Bewegen der Hand dabei unter­stützen lassen, spie­le­risch und intuitiv ihre Mobi­lität zu verbes­sern. Gespräche mit Senio­ren­zen­tren sowie Physio- und Ergo­the­ra­peu­tinnen bestä­tigten schnell, dass solche Einschrän­kungen weit verbreitet sind – ob durch Parkinson, Rheuma, Arthrose, Verlet­zungen oder alters­be­dingte Schwäche. Dabei geht es nicht um große Bewe­gungen, sondern um die kleinen Gesten, die unseren Alltag formen: eine Tasse halten, einen Knopf schließen, ein Werk­zeug benutzen. Genau dort setzt Grabbit an – ohne Stig­ma­ti­sie­rung, und ohne den für viele Betrof­fene abschre­ckenden Charakter klas­si­scher, rein medi­zi­nisch-steriler Hilfs­mittel.

Die Produkt­fa­milie besteht aus drei redu­zierten Grund­formen, die sich intuitiv erschließen und jeweils eine spezi­fi­sche thera­peu­ti­sche Funk­tion einnehmen. Die Kugel unter­stützt viel­sei­tige Griff­übungen und bindet erst­mals den Daumen voll­ständig ein – ein kleines Detail mit großer Wirkung. Der Ring stärkt die Streck­mus­ku­latur und beugt Steif­heit etwa nach Verlet­zungen oder neuro­lo­gi­schen Erkran­kungen vor. Der Kegel enthält einen Sili­kon­ein­satz mit latenter Wärme, ideal zum sanften Aufwärmen am Morgen oder zur Entspan­nung am Abend. Ergänzt werden die Formen durch eine fili­grane, 3D-gedruckte Gitter­struktur, die Wärme und Kälte gleich­mäßig verteilt und sich dem Druck der Hand flexibel anpasst.

Im Zentrum steht die addi­tive Ferti­gung: TPU-Lattice-Struk­turen, im SLS-Verfahren produ­ziert, erzeugen einen fein dosierten Wider­stand, während PA12-Elemente im MJF-Verfahren den präzisen Bajo­nett­ver­schluss ermög­li­chen. Kombi­niert mit regio­nalem Eschen­holz verbindet Grabbit damit Tech­no­logie und warme Mate­ria­lität – und zeigt, wie moderne Ferti­gungs­me­thoden genutzt werden können, um funk­tio­nale, nach­hal­tige und ästhe­ti­sche Thera­pie­hilfen zu gestalten, die man gerne in die Hand nimmt.

Ich freue mich sehr, mit meinem Projekt inno­va­tive Tech­no­lo­gien für Menschen erlebbar zu machen und dabei gezielt Hilfe zu leisten. Es bedeutet mir viel, dass mein Projekt ausge­zeichnet wurde, und ich bin sehr stolz darauf.“

Timon Süßmilch


Nicht nur Du, Timon: Auch wir sind mit Dir stolz auf diesen doppelten Erfolg und gespannt auf deine nächsten Studi­en­pro­jekte an der HfG!

Betreuer:
Prof. Leif Huff

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