Projekt LEIPS ist Preis­träger des natio­nalen Design­preises (be aware)

02 20220421 be aware Preisverleihung di design inclusion Winner Foto by Eda Temucin
Moritz Hart­stang bei der Über­gabe des Design­preises (be aware) 2021. (Bild: Eda Temucin)

Aus 22 Hoch­schulen waren Arbeiten von Studie­renden für den Award einge­reicht worden. Tara Monheim und Moritz Hart­stang von der HfG Schwä­bisch Gmünd wurde das Preis­geld in Höhe von 5.000 € im Rahmen einer Feier­stunde im Deut­schen Leder­mu­seum über­reicht. Mit ihrem Spiel LEIPS“ können Menschen mit verschie­denen Einschrän­kungen ohne Vorkennt­nisse Barrieren aufgrund von Sprache und Schrift über­winden. Außerdem erhielten 4 Projekte eine Anerkennung.

LEIPS“ ist das erste Spiel, welches Menschen mit Seh- oder Hörein­schrän­kung, bis hin zu Erblin­dung oder Taub­heit und Menschen ohne Einschrän­kung ermög­licht, mitein­ander zu kommu­ni­zieren. Entwi­ckelt wurde es von den Studie­renden Tara Monheim (Studi­en­gang Internet der Dinge) und Moritz Hart­stang (Studi­en­gang Produkt­ge­stal­tung). Die Spieler erlernen das Buch­sta­bieren mit Braille­schrift und latei­ni­schen Buch­staben, sowie das Verstän­digen durch Gebär­den­sprache und können indi­vi­du­elle Aufgaben lösen. Mit dem manu­ellen Über­setzer kann Braille­schrift und latei­ni­sche Schrift analog über­setzt werden. Der Über­setzer stellt hierbei eine direkte Lösungs­kon­trolle dar, welche durch den Mecha­nismus Begeis­te­rung weckt. Durch die Spiel­karten erlernt man die Ausfüh­rung und das Verstehen von Gebär­den­sprache. Das Spielen von LEIPS“ führt zu einem Perspek­ti­ven­wechsel, welcher Grund­lage für eine inklu­si­vere Gesell­schaft ist. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Gerhard Reichert. 

Jury­be­grün­dung:

Die Semes­ter­ar­beit LEIPS“ von Tara Monheim und Moritz Hart­stang über­zeugte die Jury, da das Thema Inklu­sion konzep­tio­nell im Zentrum steht. Spie­le­risch und ohne Vorkennt­nisse können Menschen mit verschie­denen Einschrän­kungen Barrieren aufgrund von Sprache und Schrift über­winden. LEIPS“ basiert auf dem Format des Brett­spiels und funk­tio­niert ohne digi­tale Hilfs­mittel für Kinder ab 9 Jahren. Als Gesell­schafts­spiel regt es zur Kommu­ni­ka­tion an, fördert einen Perspek­tiv­wechsel und initi­iert gegen­sei­tiges Lernen. Vor allem die Idee, über die Charak­te­ristik einer bestimmten Einschrän­kung hinaus­zu­gehen und gemischte Teams unmit­telbar zusammen zu bringen wurde positiv bewertet. Ebenso zeigt die Aufstel­lung von Mate­ri­al­ver­brauch und Herstel­lungs­kosten, dass von den Studie­renden eine umfas­sende Prüfung des Entwurfs mit verschie­denen Perso­nen­gruppen ange­strebt wird, um deren Feed­back und Ideen einzu­holen. Dieser Schritt soll durch die Auszeich­nung beim Design­preis (be aware) unter­stützt werden. So kann die Spiel­idee parti­zi­pativ weiter­ent­wi­ckelt und schließ­lich umge­setzt werden, um durch gegen­sei­tiges Lernen und Verstehen Inklu­sion zu fördern.“

(be aware) Designpreis

Durch die Unter­stüt­zung von privaten Stifter*innen wurden für den natio­nalen Design­preis für Inklu­sion insge­samt 10.000 € ausge­lobt. Der design inclu­sion e.V. hat den 10 weiteren nomi­nierten Projekten ein Preis­geld in Höhe von je 500 € zukommen lassen, um ihr Enga­ge­ment für das Thema Inklu­sion im Design zu würdigen.

Wir freuen uns, mit der erst­ma­ligen Verlei­hung von (be aware) einen erfolg­rei­chen Start für diesen Award und unser Anliegen des Inclu­sive Design umge­setzt zu haben,” so der Vereins­vor­sit­zende Prof.Frank Zebner. Es ist uns gelungen, mit Unter­stüt­zung der Samson AG und der Wöhner GmbH sowie privaten Stifter*innen einen für Studie­rende attrak­tiven und anspruchs­vollen Wett­be­werb zu initiieren.”

Die 64 einge­reichten Arbeiten zeigen eindrucks­voll, welche Ideen und Produkte es gibt, um Menschen mit Einschrän­kungen einen besseren Zugang zur Lebens­welt zu schaffen.

Aner­ken­nung für Coded Fair­ness Project“

Mike Lehmann, Marina Rost und Vera Schindler-Zins erhielten eine Aner­ken­nung für ihre Arbeit Coded Fair­ness Project – Unter­stüt­zung eines Bias-sensi­blen Entwick­lungs­pro­zesses von Machine Lear­ning Systemen“. In ihrer Arbeit setzen sie sich mit dem Problem des Einflusses von verdeckten Vorur­teilen, Stereo­typen und der dadurch entste­henden gesell­schaft­li­chen Unge­rech­tig­keit ausein­ander. Durch ihr Work­shop-Toolkit wollen sie alle Betei­ligten in Entwick­lungs­teams für die Risiken diskri­mi­nie­render Voran­nahmen bei der Entwick­lung von Machine Lear­ning“ Systemen sensibilisieren.