Nationaler Erfolg beim James Dyson Award: HfG-Studenten überzeugen mit Gebärdensprach-Wearable „NURA“
Mit ihrem innovativen Projekt NURA haben die HfGler Samuel Nagel und Paul Feiler auf nationaler Ebene den 2. Platz beim renommierten James Dyson Award belegt. Das smarte Armband übersetzt Gebärden- und Lautsprache in Echtzeit und zeigt eindrucksvoll, wie durch nutzerzentriertes Design gesellschaftliche Barrieren abgebaut werden können.
Ausgangspunkt für das Projekt war der Austausch mit einer Gebärdensprachdolmetscherin sowie Verantwortlichen im Gesundheitsministerium. Dabei wurde deutlich: Dolmetscherinnen und Dolmetscher sind oft auf Monate ausgebucht und teuer. Gehörlose Menschen müssen daher bei spontanen Ereignissen, Hochzeiten oder sozialen Events oft auf essenzielle Unterstützung verzichten. Aus dieser Problematik heraus entwickelten Samuel Nagel und Paul Feiler die Vision für NURA, ein unabhängiges, ständiges Begleitsystem, das gehörlosen Menschen mehr Autonomie im Alltag ermöglicht.
NURA ist ein Wearable für das Handgelenk, das bidirektional übersetzt. Wenn die tragende Person gebärdet, erfassen EMG-Sensoren an der Innenseite des Armbands die elektrischen Signale der Unterarmmuskulatur. Diese Signale werden in Echtzeit in Worte übersetzt und über einen integrierten Lautsprecher ausgegeben. Antwortet das Gegenüber, nimmt ein Mikrofon die Lautsprache auf und wandelt sie in Text um, der auf einem gut lesbaren Punktmatrix-Display am Handgelenk erscheint. Zusätzlich erfassen zwei integrierte Weitwinkelkameras die für die Gebärdensprache essenzielle Mimik. Ein intelligenter Algorithmus lernt zudem die individuelle Gebärdenweise der tragenden Person, wodurch die Übersetzung kontinuierlich präziser wird. All das funktioniert direkt am Körper, ohne Smartphone und ohne Drittpersonen.
Im Designprozess legten unsere Studenten besonderen Wert darauf, ein stigmatisierendes medizinisches Hilfsmittel zu vermeiden. NURA ist als elegantes Accessoire gestaltet, das Menschen gerne tragen. Nach ersten Tests der Kerntechnologien, zahlreichen Skizzen und Formstudien aus Silikon und 3D-Druck entstand ein funktionsfähiger Prototyp. Dieser nutzt aktuell Bewegungs- und Positionssensoren und kann bereits sechs Gebärden erkennen und akustisch ausgeben.
Neben dem Erfolg beim James Dyson Award konnte das Projekt NURA bereits den 1. Platz beim Rimowa Design Prize erzielen, wo das Team von Tim Richter, Head of Industrial Design bei Siemens Healthineers, mentoriert wurde.
Wir gratulieren Samuel Nagel und Paul Feiler zu dieser herausragenden Leistung. NURA ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie an der HfG Schwäbisch Gmünd Innovation, technische Machbarkeit und hohes gestalterisches Niveau zu Lösungen verschmelzen, die echten gesellschaftlichen Mehrwert bieten.