Erinnerungszeichen für die Synagoge Schwäbisch Gmünd an die Öffentlichkeit übergeben


Am 9. November wurde das Erinnerungszeichen an die Synagoge in Schwäbisch Gmünd feierlich eingeweiht. Der Entwurf der HfG-Studentin Andrea Kastner gewann den von der Sparkasse Ostalb ausgelobten Wettbewerb, ein Zeichen der Erinnerung jüdischen Lebens in Schwäbisch Gmünd zu gestalten.

Das Seminar „Kommunikation im Raum“ beschäftigte sich Sommersemester 2014 mit dem Thema Erinnerungskultur und den Möglichkeiten einer zeitgemäßen Visualisierung. Das Dozententeam, bestehend aus Prof. Günther Biste, Prof. Marc Guntow und Prof. Dr. Dagmar Rinker, erarbeitete dafür ein interdisziplinär ausgerichtetes Seminarprogramm. Ein wichtiger Aspekt war die Teilnahme der Studierenden an dem von der Sparkasse Ostalb überregional ausgeschriebenen Ideenwettbewerb, ein Erinnerungszeichen an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Schwäbisch Gmünd zu entwerfen. Das Hauptstellengebäude der Sparkasse befindet sich an dem Ort, an dem ehemals die Synagoge Schwäbisch Gmünd stand. In dem zweistufigen Wettbewerbsverfahren kamen die beiden Entwürfe der HfG Studentinnen Annegret Rapp und Andrea Kastner in die Endauswahl. Im Frühjahr 2015 wurde in einer weiteren Jurysitzung entschieden, den Beitrag von Andrea Kastner zu realisieren. Ihr Entwurf lässt in stilisierter Form die Zugangstreppe zur ehemaligen Synagoge in Originalgröße wiederentstehen. Von der Höhe der Treppe blickt man hinüber zu dem Ort, wo die Synagoge einmal stand. Der Zugang der Treppe wird gesäumt von den Namen der rund 150 jüdischen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Schwäbisch Gmünd, die zwischen 1926 und 1939 in Schwäbisch Gmünd lebten. Begleitet wird das Erinnerungszeichen von einer Informationstafel.

Am 9. November wurde das Erinnerungszeichen in einer Feierstunde mit zahlreichen Nachfahren der ehemaligen jüdischen Gemeinde Schwäbisch Gmünds der Öffentlichkeit übergeben. Ralf Dringenberg, Rektor der HfG Schwäbisch Gmünd, erläuterte: „Die Idee unserer Studentin Andrea Kastner zeigt in idealer Weise die Haltung der Gestalterinnen und Gestalter an unserer Hochschule. Diese orientiert sich im besten Sinne an den Forderungen einer aufgeklärten Moderne. So verstehen wir diese Arbeit nicht nur in stiller Solidarität mit den Opfern und Angehörigen der jüdischen Gemeinde in Schwäbisch Gmünd, sondern auch in einer Solidarität der Schuld mit unseren Großeltern und dem faschistischen Gedankengut, das leider noch immer in unserem Land sichtbar wird.“

Bilder: Kreissparkasse Ostalb

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