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Die HfG Schwäbisch Gmünd trauert um Prof. em. Dr. Martin Krampen


Am 18. Juni 2015 ist Prof. em. Dr. Martin Krampen, langjähriger Lehrender an der HfG Schwäbisch Gmünd, im Alter von 87 Jahren verstorben. Zeit seines Lebens war Krampen ein wissbegieriger und interessierter Mensch, der niemals stillstand und sich stets neue Aufgaben suchte.

1928 wurde Martin Krampen in Siegen geboren. Nach seinem Abitur im Jahre 1947 studiert er zunächst für acht Semester an der Universität Tübingen und Heidelberg evangelische Theologie, Psychologie und Kunstgeschichte. Bereits drei Jahre später zieht es Krampen an die Kunstakademie Florenz, an der er Malerei studiert. Auch hier verweilt er nicht lange. Im September 1953 kommt er zunächst für ein Praktikum im Grafikbüro von Otl Aicher nach Ulm, beginnt aber im Dezember desselben Jahres mit dem Grundlehrkurs von Josef Albers an der neugegründeten Hochschule für Gestaltung in Ulm. Hier wird er in Zeichnen, Materialstudien und Farbe unterrichtet, für Krampen DIE Grundlage jedes gestalterischen Studiums. „Ich erinnere mich an die Zeit des Studiums an der Hochschule für Gestaltung als einer der produktivsten und glücklichsten Zeiten meines Lebens“. Helene Nonne Schmidt und Tomás Maldonado sind weitere Namen, die Krampen während seiner Zeit an der HfG Ulm prägten. Letzterer brachte das Fach Semiotik aus den USA nach Ulm, ein Gebiet, für das Krampen ein großes Interesse entwickeln sollte.
1957 schließt Martin Krampen das Studium an der HfG Ulm mit seiner „sehr gut“ bewerteten Diplomarbeit über Verkehrszeichen und visuelle Kommunikation ab. Nach einem kurzen Zwischenspiel beim Verlag Samsoni in Florenz geht Krampen 1958 als Forschungsassistent an die Michigan University. 1962 promoviert er dort zu „Wahrnehmungspsychologie“ in den Fächern Psychologie und Kommunikationswissenschaft. In der darauffolgenden Zeit lehrt er an Universitäten in den USA und Kanada. Während seiner Zeit im Ausland war Krampen bereits mehrfacher Gastdozent für Sozialpsychologie an der HfG Ulm. Im Januar 1968 kehrt er bis zur Schließung der HfG Ulm Ende 1968 als ordentlicher Dozent für die Theorie der Visuellen Kommunikation und Psychologie nach Ulm zurück.

Als das Arbeiten mit Computern noch in den Anfängen war, sieht Krampen bereits ein großes Potential für den Einsatz dieser beim Gestaltungsvorgang. 1968 stellt er dann auch erstmals computergrafische Arbeiten aus. Seit 1972 war Martin Krampen Lehrbeauftragter an der Hochschule. An der HfG Schwäbisch Gmünd, die er in der Tradition des Bauhauses und der HfG Ulm sieht, unterrichtet er bis zu seinem Abschied 2006 das Fach Semiotik. In den Jahren 1975 und 1977 lehrt Krampen auch an der Uni Göttingen und an der Hochschule der Künste in Berlin. 1998 wird Krampen an der HfG Schwäbisch Gmünd zum Honorarprofessor ernannt. In den Jahren bis zu seinem Tode widmet er sich immer wieder neuen Projekten, arbeitet an seinen Decollagen.

Martin Krampen hat viel in seinem Leben erlebt und bewirkt. An der HfG Schwäbisch Gmünd hat er dazu beigetragen, die Semiotik – die Lehre der Zeichen – auf Dauer in den Lehrplänen zu etablieren und sie lebendig und praxisbezogen zu kommunizieren. Damit hat er allein in den 34 Jahren seiner Lehre in Schwäbisch Gmünd vielen der heute wirkenden Gestaltergenerationen die wichtigsten
Theorie- und Grundlagenwerkzeuge mit auf den Weg gegeben – letztlich empfangen, zu Recht mit Stolz, von einer Legende dieser Disziplin. Martin Krampen war ein geschätzter Kollege und Lehrer.

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